Katzen fair halten - Story
Die Geschichte begann vor mehr als 18 Jahren und ihr Verlauf war keineswegs so geplant gewesen...
Wie alles begann:
Es war das Jahr 2006 und ich, Stefan Hofmann, hatte mit meiner Lebensgefährtin eine Wohnung im Rheinland gemietet. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten und die Keimzelle der Katzen fair halten - Story war: Ein hausinterner Umzug einer Familie mit dem Kater Mogli.
Unsere Vormieter, eine nette Familie mit Mutter, Tochter, Sohn und Kater Mogli, war kurz vor unserem Einzug ins Dachgeschoss gezogen. Während der Renovierungsarbeiten stolzierte Mogli bei jeder Gelegenheit durch die geöffnete Wohnungstüre in die Wohnung und ließ sich nicht leicht wieder hinausbegleiten.
Für ihn war diese Wohnung sein gewohntes Ruheplätzchen und das wollte er auf gar keinen Fall aufgeben. Ärgerlich für mich war nur meine Katzenhaarallergie, die von nun an auf eine harte Probe gestellt werden sollte. Mogli wollte seine Stellung in der Wohnung nicht aufgeben und schlawienerte sich mit allen Mitteln und Wegen immer wieder in die Wohnung. Bei dieser Penetranz gab - für meinen Hausarzt eine medizinische Sensation - meine sehr intensive Katzenhaarallergie plötzlich "klein bei" und war von heute auf morgen nicht mehr vorhanden!
Dafür lag nun Mogli beinahe überall, wo es gemütlich war, herum und alte sich selig. Angesteckt von so viel liebenswerter Hartnäckigkeit sprang der Katzen-Funke über und auch meine Lebensgefährtin wollte auf einmal ein Kätzchen haben. Damit der Samtpfote auch nichts passiert, sollte sie eine Wohnungskatze werden. Ich hatte zwar Einwände, aber nicht die Entscheidung zu treffen und machte mir nun weitere Gedanken.
Die Idee war geboren:
Wenn die Samtpfote schon nicht raus in die Natur durfte, dann sollte wenigstens ein Stück Natur den Weg in die Wohnung finden. Es sollte ein Baum oder ein Stück von einem Baum sein, der den natürlichen Kratz- und Spieltrieb der Katze förderte. Zugleich sollte er auch Ruhe- und Aussichtsplatz sein.
Im Waldbesitz meiner Eltern wurden wir nach langer Suche fündig und entdeckten eine vom Wind umgeworfene Weide. Sie hatte die Ideale Sequenz für den Natur-Kratzbaum. Wir sägten das gute Stück grob ab und trugen es auf den Schultern nach Hause in meine Werkstatt. Dort durfte die restliche Feuchtigkeit schonend über Monate entweichen, bevor er entrindet und geschliffen wurde. Viele Gedanken hatte ich mir auch über das Zubehör für die Katzenhaltung gemacht, insbesondere die auf dem Markt erhältlichen Katzentoiletten waren mir ein Dorn im Auge. Die Katzenausstattung wurde besorgt, ein Depot-Unterschrank geplant und in diesen dann die Katzentoilette integriert.
Für mich als Tischler und Objektkünstler war das keine große Herausforderung. So verschwand die Toilette im Depot-Unterschrank, über ihr war in einer Stauraum-Schublade ausreichend Platz für die kleineren Utensilien wie Bürsten, Nass- und Trockenfutter, Naschwerk und natürlich Spielzeug.
Der Depot-Unterschrank wurde die Basis:
Der Depot-Unterschrank wurde die Basis für den Natur-Kratzbaum Nr. 1 in Möbelqualität. Auf dem Depot-Unterschrank wurde dann der Baum so zurechtgesägt, dass er von der Oberkante des Depot-Unterschranks bis zur Wohnungsdecke reichte. Die Depot-Unterschrank-Oberplatte wurde aus einer 40 mm starken Multiplex-Birkenplatte gefertigt, um das Gewicht auch tragen zu können.
Ab jetzt hatte meine Lebensgefährtin wieder das Kommando und teilte mir in den folgenden Wochen ihre Wünsche bezüglich der Ausstattung des Natur-Kratzbaums mit. So wuchs der Natur-Kratzbaum immer weiter mit und bekam Aufstiegshilfen in Form von Liegeplatten, die seitlich am Stamm befestigt wurden.
Ganz wichtig waren auch die später unter der Decke montierten Ruhekästen. Zwei Stück an der Zahl weil schließlich auch Besuch von Mogli ermöglicht werden sollte. Dieser verfolgte die Baumaßnahmen allerdings nicht sonderlich interessiert, auf der Straße gab es für ihn mehr zu regeln. Immerhin war er dort der Chef.
Wenige Wochen später war es dann so weit. Meine Lebensgefährtin hatte sich in eine Katzendame verliebt und sie mit mir zusammen adoptiert. Es war schön zu sehen, wie die Katzendame Tiggi den Baum annahm und in ihrem unersättlichen Spieltrieb nach neuen Bereichen Ausschau hielt, die es zu erobern galt. Schnell war uns klar, dass der Natur-Kratzbaum nicht ausreichen würde, und so entwickelten wir in den folgenden Monaten mehr und mehr Gegenstände, die aus unserem Flur ein komplettes Katzenzimmer werden ließ. Zur derzeitigen Ausstattung gehören der deckenhohe Natur-Kratzbaum, eine Wand-Geweih-Schale, ein halbhoher Natur-Kratzbaum der auf einer Bodenhöhle montiert ist, Wand-Hängebrücken und Decken-Hängebrücken. Alles zusammen ergibt einen riesigen Katzenspielplatz mit einer sehr anziehenden Wirkung. Nicht nur die beiden Katzen lieben ihn, nein, auch alle unsere Gäste waren und sind begeistert.
Meine Vision:
Aber nicht nur die Katzen waren begeistert, auch ich hatte meine Passion gefunden. Ich begann 2006 zu forschen und zu entwickeln, stets auf der Suche nach der perfekten Symbiose von Design und Funktion. Meine Vision wurde Realität. Viele Katzenliebhaber haben mich seitdem angesprochen, Planungen wurden entwickelt und realisiert.
Mittlerweile bekomme ich auch aus anderen Ländern Anfragen, aber eines ist immer gleich: die wunderschöne Arbeit für Menschen, die nur das Beste für ihren kleinen, wundervollen Liebling wollen.